Ladakh

Eine Reise in eine andere Welt

Projekt Kargyak

Schule im Zanskar / Ladakh

Surya Bodhi Final

Mit diesem Projekt stellen wir den Bau einer Schule in der Gebirgsregion Zanskar im nördlichen Himalaya vor.

Dieses Vorhaben wird die Grundschulausbildung aufgrund eines solarbetriebenen Heizungssystems während eines gesamten Schuljahres ermöglichen und somit den unzulänglichen Stand der Grundausbildung in dieser entlegenen Region erheblich verbessern können.

Hintergrund:

In Kargyak leben über 200 Menschen, von denen 40 Kinder im Schulalter sind. Im Dorf gibt es keine Schule, das durchschnittliche Bildungsniveau liegt weit unterhalb des 60% - Standards in Indien. Tatsächlich können nur 10 Bewohner im Dorf überhaupt lesen und schreiben.

Die Region leidet am Mangel qualifizierter Lehrer und an Armut. Extreme klimatische Bedingungen machen vieles unmöglich. Die nächst gelegene Ganzjahresschule liegt momentan in Raru, eine 3-Tages-Reise entfernt. Es gibt für die Kinder heutzutage keine Möglichkeit, die 2 Semester des Schuljahres zu absolvieren.

Kinder aus wohlhabenderen Familien verlassen das Dorf, um sich in entfernten Internaten unterrichten zu lassen. Nach Beendigung ihrer Ausbildung kehren sie nur selten in ihr Heimatdorf zurück, wodurch der Bildungsmangel in dieser Region weiter zunimmt und familiäre Strukturen zerstört werden, die die Grundlage der dortigen Kultur darstellen.

Ziel des Projektes:

Der Bau einer Schule, die für die Menschen in Kargyak gute Bedingungen für eine ganzjährige Ausbildung schafft und somit den Bildungsstand mindestens auf den Durchschnitt des Landes anhebt.

Sinn des Projektes:

Das vorrangige Ziel des Projektes Zanskar liegt in dem Bau einer Schule im Dorf Kargyak, wodurch einheimischen Kinder ermöglicht wird, von einer ganzjährigen Schulausbildung zu profitieren. Mit einer Gesamtkapazität für 80 Kinder wird dieser Nutzen zudem für 40 weitere Schüler aus benachbarten Dörfern ausgeweitet.

Durch die besondere Bauweise des Gebäudes wird Solarenergie als Wärmespender genutzt. In den Klassenräumen wird während des gesamten Jahres eine Mindesttemperatur von 15°C herrschen, so dass der Schulbesuch auch während der langen Wintermonate möglich ist. Dadurch können die Winterferien in den Sommer verlegt werden, wenn die meisten Schüler ihren Eltern bei der Ernte helfen. Das hat einen regelmäßigen Schulbesuch bisher verhindert.

Eine Schule wird das Potential und die Chancen der Einheimischen fördern, regional Arbeit und damit bessere finanzielle Möglichkeiten zu schaffen und somit auch langfristig das Problem der Landflucht einzudämmen helfen. Ohne Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten direkt vor Ort werden die familiären Strukturen auseinandergerissen, denn durch die finanziellen Erfordernisse werden die Menschen dort gezwungen, zur Arbeitssuche in die Städte zu emigrieren.

Ferner könnte dies unter idealen Bedingungen das beispielhafte Modell eines Gebäudes verschiedenster Nutzung in weiteren Dörfern der Region und anderswo sein.

Dieses Projekt entstand aus den wiederholten Besuchen unseres Teams in diese Region und den Begegnungen mit den Einheimischen, regionalen Beamten wie Mr. G. M. Lone sowie Mr. Mohd. Iqbal Lone (regionale Beamte für Bildung und Erziehungsplanung für Padum, Distrikt Kargil), die uns halfen, den geeigneten Bauplatz zu finden und uns bereits die Genehmigung zum entsprechenden Zeitpunkt zusicherten.

Der Bau der Solarschule basiert auf der Promotionsarbeit von Chefingenieur Jan Tilinger. 2004 absolvierte er mit dieser Arbeit das tschechische Institut für Technologie mit hoher Auszeichnung.

Sein Promotionsthema – ökologische Schule – ist eine komplexe Lösung für den Schulbau. Während der gesamten Bauperiode wird der Chefingenieur in ständigem Kontakt mit Mitarbeitern und Fachleuten von weiteren Abteilungen des Instituts stehen ( Berechnung von Belüftungsmodellen, statische Baumöglichkeiten, Glasvariationen, territoriale Entwicklung).

Der Entwurf legt besonderen Wert auf lokale architektonische Traditionen, den Gebrauch natürlicher Materialien sowie das Potential von Solarenergie.

Für das Projekt wurde mit Hilfe von Einheimischen und dem Chefingenieur, der die erforderliche technische Anleitung gab, im Frühjahr 2006 ein Gebiet erschlossen. Vorbereitende Arbeiten wie das Ausheben des Fundamentes, Transport von Steinen an den Bauplatz und die Herstellung von Lehmziegeln erfolgen im Sommer.

Hauptbaumaterialien sind Lehm, Holz, Steine, Stroh, Bambus, Glas und Wasser. Das Gebäude wird ohne den Einsatz von Maschinen errichtet.

Verwaltung:

Die Unterweisung erfolgt mit Förderung des Bildungsministeriums JK und in Zusammenarbeit mit lokalen Bildungseinrichtungen. Das Bauland ist Eigentum des Co-Investors, dem Dorf Kargyak.

Konstruktionsdaten des Projektes:

Gebäude: Schulgebäude, eingeschossig
Bauort: Kargyak, Region Zanskar, Staat Jammu und Kaschmir, Nordindien
Lage: 33° 30′ Breite, 77° 30′ Länge, 4100m Höhe
Investor: People in need — eine Organisation des Tschechischen TV
Bestimmung des Gebäudes: Grundschule und Gemeindezentrum
Baufläche: 340m²
Gesamtraum: 1340m²

Das Gebäude wird auf einem Boden aus zusammengesetzten / ummauerten Platten errichtet.

Bauplan: der vertikale Anteil des Objektes besteht aus massiven ummauerten / zusammengesetzten Trägern und Pfeilern aus Holz. Das Grundgerüst wird mit leichten Lehmziegeln mit hohem Strohanteil ergänzt. Das Dach wird von Balken aus Pappelholz (Deckenbalken/Querbalken) getragen, die im Berghang verankert werden. Diese werden mit Stroh, Schiefer und Erde bedeckt/überzogen. Die Wärmeisolierung wird in den horizontalen Anteilen durch Stroh sowie in den Wänden durch Ziegel mit hohem Strohanteil bewirkt. Der hangwärtige Teil des Gebäudes wird durch massive tragende Steinwände gesichert.

Die Grundfläche des Gebäudes hat die Form eines Viereckes, das teilweise in das Gelände eingebettet ist. Die Front ist zu 86% verglast; der Gebäudeeingang liegt in der Mitte der Frontseite.

Heizungsbau:

Das Gebäude wird ein Niedrigenergiehaus sein. Die gesamte Wärme wird durch Sonnenenergie erzeugt. Wegen der Südlage der Gebäudefront wird während des gesamten Jahres eine konstante Wärmemenge absorbiert. Es wurde ein Drucksystem entwickelt, durch das die Wärme im gesamten Gebäude zirkuliert.

Kosten:

In Ladakh ist jedermann Architekt, Ingenieur und Arbeiter zugleich und fast die gesamten Tischlerarbeiten werden von Einheimischen ausgeführt. Die Kosten richten sich nach den gängigen Marktpreisen für Materialien und Arbeit. Eine genaue Kostenanalyse werden wir noch erstellen.

Im Augenblick ist es wichtig, die ersten Beträge zur Verfügung zu stellen, die garantieren, dass im 4-Tagesmärsche entferneten Padum Baumaterial gekauft werden kann, das dann im Winter über den gefrorenen Fluss besser transportiert werden kann.

3000 Euro sind dafür den Einheimischen bereits ausgehändigt worden. Das Auswählen des Standortes dieser Schule wird zusammen mit den indischen Fachleuten und Verwaltungsbeamten im Sommer erfolgen.

Wir danken für alle Spenden.

Patenschaften in Ladakh / Kargyak Schule Zanskar
NOSPA Schleswig - Flensburg
BLZ 217 500 00
Konto 250 102 99

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